Liebe Leser,

im Januar 2012 starteten wir unser Projekt „Deutsch-jüdische Ärzte in Erez Israel“.
Mit Hilfe einiger Ärzteverbände und einer Berliner Stiftung konnten wir die Biografien von über 70 deutsch-jüdischen Medizinern recherchieren und ihre Arbeit beim Aufbau des Gesundheitssystems in Palästina/Israel dokumentieren. Trotz der genannten Unterstützung war und ist das biografische Lexikon von Anfang an unterfinanziert. Mit viel ehrenamtlichem Engagement haben wir versucht, das Projekt dennoch weiterzuführen. Unsere Ressourcen sind nun erschöpft und wir müssen die Arbeit schweren Herzens ruhen lassen, in der Hoffnung, dass sich in Zukunft weitere Möglichkeiten finden. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, spenden Sie bitte mit dem Stichwort “Ärzte in Erez Israel” an:

haGalil e.V., Münchner Bank, IBAN: DE05 7019 0000 0000 8720 91, BIC: GENODEF1M01
Nürnberger Institut e.V., GLS Bank, IBAN: DE88 4306 0967 8222 0663 00, BIC: GENODEM1GLS

Beide e. V.s sind anerkannte gemeinnützige Einrichtungen und berechtigt, Spendenquittungen auszustellen.

Mit Hitlers „Machtübernahme“ setzte die Alija der deutschen Juden, der sogenannten Jeckes, nach Erez Israel ein. Darunter befanden sich auch hunderte von Ärzten. Im Unterschied zu den bereits in Palästina ansässigen Medizinern, überwiegend Allgemeinärzte, waren die meisten aus Deutschland eingewanderten Juden Fachärzte. Diese massive Immigration von Spezialisten brachte große Fortschritte und revolutionierte das Gesundheitswesen im Jischuw, der jüdischen Ansiedlung in Palästina.

Unser Projekt stellt die Akteure dieser Erfolgsgeschichte vor: Jüdische Ärzte, aus allen Teilen Deutschlands, die in ihrer Heimat ausgegrenzt, verfolgt und vertrieben wurden. Mit der Flucht dieser Menschen verlor Deutschland immenses Fachwissen, das an anderer Stelle zum Blühen kam. Unter ihnen Ärzte, die schon in Deutschland Koryphäen ihres Faches waren und diese Karrieren in Erez Israel fortsetzten, sowie weniger prominente Mediziner, die in Israel dennoch Bedeutendes geleistet haben: sei es als Notfallarzt, regionaler Geburtshelfer oder Pionier in unerschlossenen Gegenden.

Da wir dieses Projekt als „work in progress“ verstehen, das beständig erweitert wird, freuen wir uns über Kommentare, Rückfragen und Ergänzungen.
Kontakt: info@erez-israel.de

Weitere Informationen zum Thema enthält der im Jahrbuch nurinst 2012 des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts erschienene wissenschaftliche Aufsatz  „Eure Vorstellungen entsprechen nicht der hiesigen Wirklichkeit“ Der Anteil deutschsprachiger Juden am Aufbau des Gesundheitswesens in Erez Israel. Eine Leseprobe finden Sie hier.

Bildinformationen: Deutschland in den Grenzen von 1933, Quelle: Wiki,kgberger